Einkaufsgemeinschaften schaffen gemeinsamen Stammdatenpool

14.03.2018

Vier Einkaufsgemeinschaften aus dem Gesundheitssektor entwickeln einen Pool für elektronische Artikelstammdaten. Es ist die erste Branchenlösung dieser Art. Das Healthcare Content Data Portal (HCDP) ermöglicht allen angeschlossenen Gesundheitseinrichtungen und ihren Geschäftspartnern effizientere Prozesse in Einkauf und Logistik.

GDEKK, P.E.G. eG, Prospitalia GmbH und Sana Klinik Einkauf GmbH arbeiten an einer gemeinsamen Branchenlösung für Artikelstammdaten. Am 31. Januar 2018 haben diese vier deutschen Einkaufsgemeinschaften entsprechende Verträge unterzeichnet. Bereits im Sommer 2018 soll das Projekt in eine Pilotphase starten. Mit der Ausführung wurde die Bayard Consulting Group beauftragt.

Ziel des Projekts ist ein Datenpool, der einheitliche Klassifikationen wie z.B. eCl@ss und ATC nutzt und Standards, wie unter anderem GS1 und HIBC, konsequent zur Identifikation und Datenübertragung einsetzt. Bei der Konzeption neuer Validierungsregeln für Stammdaten fließt auch die Expertise der Einkaufsgemeinschaften sowie des Forums eStandards des BVMed ein.

Hersteller und Lieferanten des Gesundheitssektors erhalten einen kostenneutralen Zugang über ein neu geschaffenes Portal. Sie können dort per Upload die Stammdaten ihrer Artikel in definierten Formaten bereitstellen und pflegen.

Die Einkaufsgemeinschaften haben Zugriff auf alle hinterlegten Stammdaten. Die Anreicherung dieser Artikeldaten mit eigenen Konditionen und gegebenenfalls weiteren spezifischen Informationen nimmt jede der beteiligten Einkaufsgemeinschaften separat vor. Dafür nutzt sie ihr jeweils vorhandenes Produktinformationssystem.

Der Vorteil der neuen Lösung liegt auf der Hand: Zukünftig können die den Einkaufsgemeinschaften angeschlossenen Einrichtungen einem einheitlichen Pool an Stammdaten vertrauen. In Hinblick auf Aktualität, Qualität und standardisierte Validierung der bereitstehenden Daten ist dies ein wichtiger Meilenstein. Der neue Datenpool bildet zugleich die Grundlage sicherer elektronischer Prozesse (eProcurement) im Einkauf und in der Logistik der Gesundheitseinrichtungen.

Das Projekt sieht eine Pilotphase inklusive umfangreicher Tests mit der Industrie bis Ende Juni 2018 vor. Anschließend beginnt die Integration der Lieferanten und ihrer Artikeldaten. Die Inhaber des Projekts und aller daraus resultierenden Stammdaten sind die beteiligten Einkaufsgemeinschaften, die auch die Kosten des Vorhabens tragen.

Fazit der Initiatoren der gemeinsamen Branchenlösung: „Das Prinzip der Kooperation zum Nutzen aller Beteiligten haben die Einkaufsgemeinschaften seit ihrer Gründung verinnerlicht. Dass wir jetzt bei einem so wichtigen Thema wie der Digitalisierung des Einkaufs an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, ist die logische Konsequenz. Der gemeinsame Stammdatenpool schafft für alle Beteiligten – Gesundheitseinrichtung, Einkauf, Einkaufskooperation, eProcurement-Dienstleister und Industrie – eine effiziente und solide Grundlage.“

Ansprechpartner bei der GDEKK zum Thema: Alexander Ulmer (ulmer@gdekk.de)